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Mitteilungsblatt Nr. 16, Dezember 2002

Liebe Vereinsmitglieder!

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Wem ist es schon vergönnt, zwei so große Jubiläen zu begehen:

425 Jahre Gymnasium
75 Jahre Förderverein.

Aber letztlich ist dieses leicht zu erklären: Es bedarf tätiger Menschen, Ideen, Liebe zur Sache... – und mit solchen waren wir bisher reich gesegnet: Graf Georg Ernst, der Übervater; Lehrer wie Walch, Witte, Dr. Franke; Vereinsmitglieder wie Reiche, Dr. Windorf, Dr. Boese, Friedrich Schmidt...

Zwei Berichte sollen Sie informieren über die Festlichkeiten, über Ereignisse und Ergebnisse!

Jubiläum des Fördervereins am 2. November 2002

Am Samstag, dem 2. November 2002, fand laut Einladung in unserer ehrwürdigen Aula eine Feierstunde zum Vereinsjubiläum statt, umrahmt von Orgelklängen (Frau Barbara Frenzel), von weiteren musikalischen Beiträgen (Melanie Lang – Trompete, Virginie Reizlein – Querflöte, Jasmin Thiere – Gesang). Den Genannten gilt an dieser Stelle unser herzlicher Dank für ihre Darbietungen auch in anderen Veranstaltungen.

Vorstandsmitglied Frau Helgard Jungnickel beleuchtete in ihrer ergreifenden Festrede zunächst die Vereinsgeschichte und erinnerte an den Mitbegründer Herrn Dr. Windorf, Fabrikbesitzer und Schleusinger, dessen Sohn, Herrn Karl-Heinz Windorf, wir ebenfalls begrüßen durften.

Als Beweis für die fördernde Hilfe der Mitglieder seit 1927 zitierte sie unseren Freund, den Absolventen und späteren Kardiologen, Prof. Dr. Erich Kuhn: „Mein Weg durch viele Universitäten Europas wäre mir ohne die Hilfe des Fördervereins nicht möglich gewesen. Meine Eltern hätten mir den Schulbesuch nicht ermöglichen können. Durch den Förderverein bekam ich eine Schulgeldbefreiung und weitere Vergünstigungen.“

Mit herzlichen Worten dankte sie den ehemaligen Vorstandsmitgliedern und „Männern der ersten Stunde“ Herrn Hans-Jürgen Gleichmann, Herrn Eckbert Pfeufer sowie dem unvergessenen Nestor Herrn Friedrich Schmidt.

Abschließend rief sie alle, und besonders die ehemaligen Schüler, dazu auf, den Solidaritätsgedanken zu bewahren und so mit ihrer lebensprägenden Schule verbunden zu bleiben.

Grußworte bestätigten die hohe Wertschätzung unseres Bündnisses:

Stephanie Marzian, Vertreterin des Schülersprecher-Rates, dankte für die Unterstützung der Schülerschaft auf vielen Gebieten.

Unser Schulleiter, Herr Dr. Hubert Amthor, sagte: „Der Förderverein hilft, Grenzen zu verschieben, die sich sonst auftun würden. Viele Projekte wären ohne die Hilfe des Vereins gar nicht möglich. Der Förderverein ist heute wichtiger denn je.“

Geradezu als programmatisch ist die Aussage zu bewerten, die Schleusingens Bürgermeister, Herr Klaus Brodführer, uns allen auf den Weg gab: „Geht es dem Gymnasium gut, geht es auch der Stadt gut“!

Herr Reinhold Diestelmann, Ideengeber und Förderer, griff – unabgesprochen – die Erkenntnis auf und sagte in einem längeren Beitrag überzeugend:

„Heute sind es genau 60 Jahre und eine Woche her, dass ich an dieser Stelle hier stand, um [...] mit dem sogenannten ‚Reifevermerk’ – wie das damals hieß – aus dem Gymnasium und Alumnat verabschiedet zu werden. Traditionsgemäß mit einer Ansprache des Direktors, der mir als Wegspruch für das Leben das Goethewort ‚Gott gibt uns Nüsse, aber er bricht sie nicht auf’ mitgab... Heute habe ich nun das große Glück, mit daran arbeiten zu dürfen, eine Nuss der heutigen Zeit mit aufzubrechen. [...]

Es geht darum, für diese Schule ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, das ihr das Leben nach traditionsreichen 425 Jahren in einem überschaubaren Zeitraum sichert. [...]

Unsere Schule [...] kann auf eine Geschichte und Tradition zurückblicken, die zeigen, wie eine Schule Höhepunkte und Tiefpunkte unserer facettenreichen, aber auch sehr leidvollen Geschichte hat über sich ergehen lassen müssen, sie aber in allen Jahrhunderten tüchtige und studierfähige junge Menschen herangezogen hat, die in den verschiedensten Berufen bis zu höchsten Stellen unserem Land und Volk gedient haben. Die muss in unserem Bewusstsein tief verankert sein, wenn wir die Arbeit aufnehmen wollen, Schule und Schulstandort für eine überschaubare Zukunft zu sichern. [...]

Die Erhebung des Gymnasiums zur Europa-Schule bietet eine ganz neue Möglichkeit für Zukunftsgedanken. Das Schleusinger Gymnasium war jahrhundertlang im Wesentlichen geprägt als sprachlich-geisteswissenschaftliche Schule. Was spricht dagegen, dass in einem Zukunftskonzept dieses Prinzip wieder aufgegriffen wird und der europäischen Jugend angeboten wird, die deutsche Sprache in Schleusingen zu lernen und den deutschsprachigen Jungen und Mädchen das Erlernen anderer europäischer Sprachen in der Mitte Europas zu ermöglichen? Sprache ist die Grundlage jeden Denkens! Danach handelten schon die Gründer der Lateinschule 1527 in Schleusingen und letztendlich auch Georg Ernst 1577 mit der Gründung des Schleusinger Gymnasiums [...].

Diese Aufgabe überträgt sich nun in der modernen Welt auf den europäischen Raum. Sollte so ein Konzept raumgreifend Realität werden, ist die Wiedereinrichtung des Alumnats überhaupt keine Frage, sondern eine Notwendigkeit.

Die Konsequenz meiner Worte: Ich schlage heute [...] vor [...], einen öffentlichen Wettbewerb auszuschreiben zur Erarbeitung eines Schulkonzeptes für die Zukunft. [...]
Die Teilnahme soll offen für jedermann sein [...].

Es gibt viel zu tun. Der Geist, der seit Jahrhunderten durch diese Stadt weht, wird uns dabei zur Seite stehen.“

Herr Diestelmann hat damit den Kern künftiger Aufgaben getroffen und hoffentlich uns alle zu tiefgründigem Nachdenken angeregt. Beachten Sie bitte deshalb auch den beigefügten Brief des Vorstands. Sicher können wir in der nächsten Vereinsschrift über erste Schlussfolgerungen berichten.

Zuletzt dankte Vorstandsmitglied Herr Mathias Eckardt den „Machern“ des Schuljubiläums und überreichte ihnen wunderschöne Keramiken, gestaltet von der Arbeitsgemeinschaft Kunst, geleitet von Herrn Dieter Didschuneit und unterstützt vom Förderverein.

Ein Dankeschön-Buffet, angerichtet vom rührigen Schulclub, führte anschließend die Festgäste zu Gesprächen zusammen und leitete über zu einem Fachvortrag, zu dem auch Schleusinger Bürger eingeladen waren.

Herr Dr. Hans-Joachim Zündorf, Dozent und jetzt leitender Kustos des Herbariums Hausknecht der Universität Jena, führte uns nach Spitzbergen und sprach über seine botanischen Exkursionen mit Studenten. Damit setzte er die Tradition ehemaliger Schüler fort, den aktuellen Schülern über ihre berufliche Tätigkeit zu berichten und ihnen Anregungen für ihr Studium zu geben. Bitte folgen Sie dem Beispiel! In loser Folge möchten wir so unser Schulleben über das ganze Jahr hinweg bereichern.

Noch heute sind die interessanten Jubiläums-Vorträge in bester Erinnerung. Wir bedanken uns nochmals bei: Dipl.-Ing. Siegfried Dinsel, Prof. Dr. Uwe Köhler, Prof. Dr. Rolf Kuhn, Dr. Anselm Kühl, Prof. Dr. Bärbel Porstmann, Thomas Propst, Prof. Harald Reichelt, Dr. Werner Schramm, Prof. Dr. Juliane Schütze (geb. Heß). Ebenso danken wir Frau Judith Simonis für ihren brillanten Liederabend.

425 Jahre Hennebergisches Gymnasium
Ein Bericht von Helgard Jungnickel.

Sehr geehrte Freunde,

hinter uns liegt ein arbeits- und ereignisreiches Jahr. Besonders die große Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 425jährigen Schulbestehens, aber auch die 75. Wiederkehr des Gründungstages des Fördervereins konnten durch engagierten Einsatz einiger Mitglieder und des gesamten Vorstandes zu würdigen und auch für viele unvergesslichen Erlebnissen gestaltet werden.

Die Schirmherren des Jubiläumsfestes, der Thüringer Kultusminister Dr. Michael Krapp sowie der Landrat unseres Kreises Thomas Müller, konstatierten eine akribische und langfristige Vorbereitung der Festlichkeiten, vor allem unter der planenden Arbeit unseres Vorsitzenden Leopold Mosojewski. Alle Fäden der sehr verschiedenen Vorbereitungsebenen liefen bei Mosojewski und der verantwortlichen Stellvertreterin des Schulleiters, Oberstudienrätin Bärbel Schneider, zusammen. Bereits zwei Jahre vor Festbeginn setzte die logistische Tätigkeit des Vorstandes ein, der die Arbeit seines Vorsitzenden beratend und aktivtätig beförderte. Je nach persönlicher Befähigung und Bereitschaft zum Mitwirken entstand nach Vorschlägen Mosojewskis eine engagierte Gemeinschaft von Pädagogen und Schülern, auch Eltern und Absolventen.

Es mutet ungerecht an, Einzelnes hervorzuheben, weil in allen Bereichen die geplanten Vorhaben mit größtem Einsatz aller Beteiligten nicht nur umgesetzt, sondern auch schöpferisch ausgestaltet wurden. Trotzdem sei es gestattet, an einige der auch in die Öffentlichkeit weit ausstrahlenden Veranstaltungen bzw. Dokumentationen mit Stolz zu erinnern. Die Deutschlehrer Peter Nestler und Bernd Vent recherchierten die 425-jährige Schulgeschichte in zeitaufwändiger, gründlicher und wissenschaftlich fundierter Arbeit für eine Festschrift aus der Sicht unserer Zeit, die nachfolgenden Generationen als Dokumentation bei ihrer „Spurensuche“ wertvolle Sichten auf die Tradition „ihrer“ Schule ermöglichen wird, einen Erziehungsbeitrag zum Traditionsbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl leisten kann. Bereits in dieser Schrift wird das Engagement der ehemaligen Schüler in jedem Abschnitt spürbar. Verse der Schwarzbacherin Dr. Marianne Fritz, geb. Uhlich, (Abiturjahrgang 1970) leiten diesen außergewöhnlich interessanten Diskurs ein:

spurensuche

heute wie damals
knirschen des roten kieses unter den sohlen.
eichenschwere tür wird geöffnet zur vergangenheit.
freudiges stimmengewirr auf stufen, die schweigen,
erinnerung suchend.
bruchstückhaftes finden mehr und mehr.
kurze zeit: jugend.

herzensergießungen über frühe pflichten,
normen, nöte, relative unbeschwertheit.
spurensuche überall, gemeinsam.
selbstvergessenes durchforsten der räume
und des gewesenen, eintauchen in versunkenes,
das kurzzeitig vereint.

dialog zu zweit, zu dritt, erweitert zu großer runde:
das waren noch zeiten, als...
zeitflug zurück sprengt gegenwart, grenzt aus:
vergangenheitsraum, der allein uns gehört.

herz randvoll mit wünschen,
eingeholt vom heute.

Über Jahrhunderte war das Bestreben nach einer guten Gemeinsamkeit von Gymnasium und Stadt für beide Seiten nützlich und deshalb vom Schulgründer Georg Ernst von Henneberg auch gewollt. Wirtschaftliche und kulturelle Impulse sorgten in der Vergangenheit für eine gute Kommunikation zwischen diesen beiden Lebensräumen. Um diese Bindungen wieder zu beleben, zu festigen, plante der Vorstand des Fördervereins das Einbeziehen der Schleusinger in die Jubiläumsvorbereitungen sowie die Festlichkeiten. Ab Januar des Festjahres erschienen in der Tageszeitung „Freies Wort“ elf Beiträge über die Schulgeschichte, zusammengestellt von Vorstandsmitglied Helgard Jungnickel, die von vielen Schleusingern sehr interessiert angenommen wurden und als sinnvolle Einleitung zur Eröffnung der unter Leitung von Herrn Dr. Werneburg durch Frau Rosika Hofmann und Frau Helga Nestler erarbeiteten Ausstellung „425 Jahre Hennebergisches Gymnasium“ dienten. Selten zeigten sich derart viele „schulfremde“ Bürger in der Eröffnungsveranstaltung angetan von einem Vortrag über die Schulgeschichte der oben genannten Autorin sowie über eine vielseitig informative Schulausstellung.

Vom 2. Mai bis zum 19. Juni 2002 fanden dann fast tagtäglich Veranstaltungen statt, in die alle Schüler involviert waren, denen zahlreiche Schleusinger und viele auswärtige Angehörige anerkennenden Beifall spendeten. „Tage der Kunst“ sowie „Tage der Wissenschaft“ gaben Einblicke in die vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten am Gymnasium, aber auch in erfolgreiche Entwicklungswege in wissenschaftliche und künstlerische Richtungen nach dem Abschluss an dieser Schule. Höhepunkte dieser Präsentationen waren zweifellos das Shakespeare-Programm der Theatergruppe unter Leitung von Gisela Krüger wie auch der Liederabend der ehemaligen Schülerin und derzeitigen Wagner-Stipendiatin Judith Simonis. An diesem 13. Juni trieb die Begeisterung der Zuhörer die junge Sängerin bis an die Grenzen ihrer Atemluft, die in der überfüllten Aula sowieso recht knapp war. Viele Schleusinger sahen in diesem anspruchsvollen Auftritt bereits den Höhepunkt der Festwoche, doch in den folgenden Tagen eröffneten sich ihnen andere Perspektiven.

Leopold Mosojewski hatte mit Unterstützung des Vereinsvorstandes für Freitag, den 14.6., neun Professoren und Wissenschaftler gewonnen, die an ihrer ehemaligen Schule über verschiedenste Wissensgebiete, deren derzeitigen Erkenntnisstand und deren Zukunftsvisionen referierten. Prof. Dr. Uwe Köhler (ehemals Schleusingen) informierte über Chancen und Risiken von Gentherapien, Prof. Dr. Rolf Kuhn (Waldau) über Architektur und Umwelt, Prof. Dr. Harald Reichelt (Schleusingen) über das Tätigkeitsbild des Designers, Prof. Dr. Bärbel Porstmann (geb. Traut, Gießübel) über neue Erkenntnisse der Krebstherapie, Prof. Dr. Juliane Schütze (geb. Hess, Schönbrunn) über Angewandte Mathematik, Prof. Dr. Anselm Kühl über unsere zerbrechliche Welt Herausforderungen und Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung, Dr. J. Werner Schramm über Laser in der Tumordiagnostik, Herr Thomas Probst (Systemmanager) über das Thema : Kein Beruf ohne Computer und der Träger des Bundesverdienstkreuzes Herr Dipl.Ing. Siegfried Dinsel über Geschichte und Perspektiven des Fernsehens. Diese Vielseitigkeit lockte in dem sonst mit wissenschaftlichen Themen recht stiefmütterlich bedachten Schleusingen doch zahlreiche Interessierte an, sodass in manchem Raum die Plätze nicht ausreichten. Ein weiterer Höhepunkt war erreicht.

Doch die Organisatoren und Verantwortlichen konnten sich noch nicht zurücklehnen. Am Abend, 18 Uhr, stand der Festakt auf dem Programm der geladenen Gäste. Ort der Veranstaltung: die neu gestaltete Aula als würdiger, schuleigener Rahmen, allerdings mit eingeschränktem Platzangebot, sodass bedauerlicherweise nicht alle mit einer Einladung gewürdigt werden konnten. Zu gleicher Zeit und zur Tröstung trafen sich deshalb die Senioren unter den Absolventen im „Roten Ochsen“ zum traditionellen Umtrunk und Bratwurstessen im Gedenken an unseren verstorbenen Freund Friedrich Schmidt, dessen Ehefrau wir für die Gastgeberrolle zu Dank verpflichtet sind. Die jüngeren Absolventen trösteten sich über den Platzmangel in zahlreichen Klassentreffen in den Gasthäusern der Umgebung, besonders jedoch in der Erlauer „Grünen Erle“, die von Schöns Zwillingen so überaus gastfreundlich geführt wird. Hier trafen sich in Erinnerung an vergangene Zeiten mehr als hundert Chorsänger mit dem Organisator des Auftritts Gunther Hess aus Gießübel.

Für aufwändige, akribische Vorbereitungsarbeit verdient dieser Ehemalige höchstes Lob. Weitere ehemalige Schüler, dem Chorgesang verbunden, standen ihm zur Seite und bereiteten durch stimmliche, abstimmliche und die Kehlchen ölende Maßnahmen den begeisternden Auftritt am nächsten Tag vor. Es war nicht nur die musikalische Qualität dieses Klangkörpers von etwa einhundert Sängern, sondern das von ihnen vermittelte Gefühl, hier an diesem Ort der Schule Entscheidendes für das Leben mitgenommen zu haben, was viele der zuhörenden „Mitsänger“ zur Rührung trieb. Unter ihnen befanden sich fast alle noch lebenden ehemaligen Lehrer, die sich untereinander und mit ihren ehemaligen Schülern in beeindruckenden Äußerungen wiedererkannten.

Die Wellen der Aufregung glättete der unter der Leitung von Frau Häckel und der kreativen Mitwirkung einiger Lehrer, besonders auch Schüler vorbereitete Festumzug mit Bildern aus der Schulgeschichte. Hier war ein weiterer Höhepunkt – der wievielte? – zu erleben. Fast ging in diesem Trubel die anschließende alljährliche Taufe des Abiturjahrganges 2002 unter, die in „alltäglichen“ Jahren Höhepunkt des Schuljahres ist. Den würdigen Abschluss des Tages bildete der Festball, veranstaltet im Saal des RehaZentrums. Doch war die Mehrzahl der etwa 4000 Gäste da gebunden, wo ihre ehemaligen Mitschüler sie traditionell zum fröhlichen Treffen, Erinnern und Anstoßen erwarteten. Wer von den Schleusinger Gastwirten dabei sein Geschäft nicht machte, der war wohl selber schuld. Auch die Schüler genossen diesen Abend auf ihre Weise, nämlich mit den Bands „ROOM 101“ und „Blue Maple“ im Schulclub.

Nach so viel Trubel tat Besinnung Not, Zeit und Gelegenheit dazu war am nächstfolgenden Tag, dem Sonntag, auch als „Tag der Abiturienten“ ausgeschrieben.

Um 10 Uhr gestalteten kirchliche Würdenträger und Schulvertreter gemeinsam einen besinnlichen Gottesdienst, um 14 Uhr wurden die Abiturienten des Jahrganges 2002 feierlich mit der Zeugnisübergabe entlassen. Bis zum 19.06.,dem Mittwoch, gestalteten Schüler in sportlichen Wettkämpfen und durch Präsentation von Arbeitsergebnissen aus verschiedenen Fachschaften den Abschluss des Schulfestes zum 425. Bestehen ihres Gymnasiums.

Resümierend können wir feststellen, dass das Gelingen dieses wundervollen Schuljubiläums auch ein Ergebnis der Arbeit des Fördervereins, seines Vorsitzenden Leopold Mosojewski und vieler Helfer war, das jedoch ohne den aktiven Einsatz der Lehrer, Schüler und Elternschaft sowie der finanziellen Unterstützung der Stadt, des Kreises, des Landes sowie zahlreicher Sponsoren nicht erreicht worden wäre.
Dieser verbindenden Funktion des Vereins der Freunde und Förderer zwischen ehemaligen Schülern, offiziellen Vertretern des Landes, Eltern, Lehrern und Freunden der Schule und den Schülern hat eine 75-jährige Tradition, der anlässlich dieses Jahrestages am 2. November 2002 gedacht wurde. In der Festrede fanden besonders die Auswirkungen der im Statut festgelegten Verpflichtungen auf die Schulentwicklung Beachtung. Die lange, erfolgreiche Tradition dieser Bildungseinrichtung sei nicht zuletzt auf eine Grundhaltung der tätigen Humanität zurückzuführen, deren Kern die Aussage enthalte, dass „der Sohn des Reichen nicht besser stehe als der des Armen“. Die Wurzeln dieser Bestimmung reichen zurück bis zum Wirken des Schulgründers Graf Georg Ernst, festgelegt 1577, bis zur Gründung des Fördervereins 1927.

Mit dem Festredner dachten die zahlreichen Gäste zurück an die 13 Herren, die unter Führung des Rektors Witte das Statut vor 75 Jahren entwarfen und die ersten Schritte einer unterstützenden Solidararbeit leisteten.

Aber nicht nur der Rückblick beherrschte die Thematik. Fördervereinsmitglied Reinhold Diestelmann, einer unserer Senioren, forderte auf, den Blick nach vorn zu richten, die Zukunft ins Visier zu nehmen. Realistisch setzte er sich mit dem gegenwärtigen Geburtenrückgang und dessen zu erwartenden Auswirkungen auf den künftigen Schülerbestand auseinander. Logische Forderung Diestelmanns war: Die Schule benötigt ein Schulprofil, das Eltern veranlasst, ihre Kinder diesem Gymnasium anzuvertrauen.

Das sollten, wie in der 425-jährigen Schulgeschichte gehabt, Kinder aus ganz Deutschland, vielleicht sogar aus Europa sein, denn die Schule trägt den Titel „EuropaSchule“. Der Schulgründer Georg Ernst schenkte seinem Gymnasium drei Monate nach dessen Gründung eine Communität. Die Weisheit dieses Entschlusses reicht bis in die weitere Zukunft dieser Anstalt.

Gemeinsam und in ständigen Absprachen mit Verantwortlichen der Schulleitung, engagierten Lehrern durchdenken und erarbeiten Mitglieder des Fördervereins die Grundlagen für ein in die Zukunft weisendes Projekt. Im Wissen um die Potenzen dieser Schule, in Sorge um die Weiterführung einer gediegenen Bildungs und Erziehungsarbeit wie auch um den Zukunftsbestand dieser Traditionsschule plant der Vorstand des Fördervereins des Hennebergischen Gymnasiums einen Ideen-Wettbewerb zur zukunftsweisenden Profilierung der Schule.

Helfen auch Sie mit, liebe Freunde, durch Ihre Ideen, Ihre Hilfe oder Ihr Mittun dieser Schule den Weg in die Zukunft zu ermöglichen.


Mit Freude haben wir viele Briefe mit herzlichen Dankesworten entgegengenommen, so von Herrn Dr. Gerhardt Wengerodt, dem ehemaligen Mathematiklehrer am Gymnasium:

„Sehr geehrter Herr Dr. Amthor,
heimgekehrt von einem dreitägigen Besuch in Schleusingen zur Teilnahme an den Jubiläumsfeierlichkeiten möchte ich herzlich für die Einladung danken. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen, Ihren Kollegen und Schülern meine Hochachtung für die großartigen Leistungen auszusprechen, die die Vorbereitung und Durchführung eines solchen Jubiläum erforderte. Ich kann dies ermessen, da ich das 375. mitgestaltet habe. Meine Frau und ich haben drei unvergessliche Tage mit zahlreichen herzlichen Begegnungen erlebt und wieder gespürt, wie lebendig die Verbindung der ehemaligen Schüler und Lehrer zu 'ihrer' Schule über Jahrzehnte hinweg geblieben ist. Daß die alten Traditionen heute so sorgsam gepflegt werden, erfüllt mich mit großer Genugtuung. [...] Ich wünsche Ihnen und allen Angehörigen der Schule das Beste, was man einer Schule wünschen kann, nämlich eine lebendige und blühende Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Wengerodt.“


Nun Nachrichten, Termine, Vorhaben,...

  1. Eingerichtet und zur Benutzung freigegeben ist die Schulbibliothek mit Leseraum, dank einer Schülergruppe um den Deutsch und Geschichtslehrer Herrn Bernd Vent. (Zur Erinnerung: Viele Lexika, Fachbücher... sind Ihre Gaben.)

  2. Ab Januar 2003 werden unsere Hausmeister mit Vereinsmitteln den Boden im Neubau so herrichten, dass unser Schul-Museum dort endlich eine neue Heimstadt findet. (Nach wie vor gilt unsere Bitte an Sie, historische Materialien Fotos,... nicht zu entsorgen, sondern uns zu überlassen.)

  3. Die Abi-Taufe findet im nächsten Jahr am Sonnabend, dem 28. Juni 2003, statt und gibt sicher wieder Anlass und Rahmen für zahlreiche Klassentreffen und Begegnungen. Der Vorstand steht gerne für Planungen, Schulbegehungen... zur Verfügung.
    Bitte nutzen Sie auch den Unterpunkt Klassentreffen der Vereins-Website, um Ankündigungen publik zu machen oder Fotos der letzten Treffen zur Verfügung zu stellen.

  4. Die Wahl für den Vorstand erfolgt im Rahmen der alljährlichen Mitglieder-Versammlung ebenfalls am Sonnabend, dem 28.06.2003, nach der Taufe.

  5. Konkretisierungen und weitere Hinweise finden Sie in den nächsten Mitteilungen.

    Hier alle Adressen:

    Verein der Freunde und Förderer des
    Hennebergischen Gymnasiums Schleusingen e.V.
    Klosterstraße 24
    98553 Schleusingen

    Telefon: (03 68 41) 4 12 63, (03 68 41) 4 06 96
    Fax: (03 68 41) 4 12 66

    E-Mail info_fv@gymnasiumschleusingen.de

    Bankverbindung:
    Konto: 11 701 017 43
    BLZ: 840 540 40
    Kreissparkasse Hildburghausen

  6. Glücklich sind wir über Ihre Treue und Opferbereitschaft. Vielen Dank!

    Wir bitten Sie dennoch, Ihre Mitgliedschaft zu überprüfen und damit Ihren Verpflichtungen nachzukommen. Nur eingegangene Mitgliedsbeiträge sichern Ihnen deren Vorteile.


Hoffentlich bleibt Ihnen über die Festtage etwas Zeit zur diesmal längeren Lektüre.

Viel Freude dabei!

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Vorstand


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